Nach drei Stunden Fahrt im Taxi, wir wollten eigentlich nur zum Busparkplatz, aber der Preis, den wir so zum Spaß aushandelten, war attraktiv. Also mit dem Kleinwagen weiter, dann bei der Schwägerin einen Teil der Ausrüstung deponieren und dann nach einem Dal Bhat weiter mit dem Bus. Eng, laut, lustig. Ich kann ja nicht schlafen, wenn es soviel zu sehen gibt, aber der Nepali pennt, sobald der Diesel tuckert. Nach einer Stunde sind wir dann ausgestiegen und noch eine gute Stunde gegangen. Nepali flat, also dauernd rauf und runter. Eine kleine Pause beim örtlichen Dandler, ein lecker Tuborg. Die Schulkinder finden mich ganz spannend, viel heiteres Gekichere.
Dann sind wir im Dorf angekommen, einer lockeren Ansammlung von Selbstversorgerhöfen. Also kleine ockerfarbene Häuser mit Wellblechdach, Stall für die Rinder daneben und ein paar Stauden, Bananen und Papayas hauptsächlich. KIeine Gemüsebeete, Kohl, Knoblauch, Ingwer. Zwischen drin Bougainvillen, Weihnachtssternbäume und Marigold. Über allem natürlich der Rauch der Holzfeuer, das Konzept des Kamins ist unbekannt. Als Rauchabzug dient ein Loch in der Wand, entsprechend schwarz ist die Decke.
Kurz noch die Reisfelder angeguckt, die Ernte ist im Gange. Geschnitten wird mit einer Sichel, dann werden die Körner ausgedroschen und das Stroh auf pittoresken Stapeln getrocknet. Mit einem Blumenschmuck obendrauf. Ein Sack Basmati – so um die sechzig Kilo, also das, was ein Nepalese noch mit dem Stirnband den Berg hoch trägt, ohne ins Schwitzen zu kommen, bringt um die 5 US-Dollar.
Dann erst mal zwei Hühner gekauft, im ganzen und lebendig. Knickknack und der Kopf ist ab. Ich wollte ja beim Kochen zugucken, aber das ist Frauenkram und geht Männer nichts an. Zum Essen versammelt sich dann alles im Haus, sitzt auf Strohmatten am Boden aus gestampften Lehm und futtert aus den Blechtellern. Und trinkt Rakshi dazu, local wine, wie das Gebräu auf den Speisekarten heißt, ein gar nicht mal schlechter Selbstgebrannter aus Hirse. Die Destillation ist ganz einfach, man braucht zwei ineinander gestapelte Töpfe, in den grossen kommt der gegorene Hefehirsebrei, im kleineren sammelt sich dann der Brand.
Dann wurden noch schnell die Ziegen in eine Kiste gesperrt, sonst kommt der Tiger und holt sie. Kishor meinte, Tiger sind selten geworden, aber der Leopard hat nachts auch Hunger. Die Hühner kommen in eine andere Kiste, der Schakale wegen.
Seit ein paar Jahren gibt es sogar Strom, aber nur für eine Stunde.
Viel gelacht, ein schöner Abend.

Ja liest sich sehr gut!!
Wann kommst du am freitag? Oder willst es garnciht wissen?
Bis bald
Mutter